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Zur Eröffnung
der Freizeitanlagen der Gemeinde Triesenberg
Das grosse
Entgegenkommen unserer Nachbargemeinde Triesen ermöglichte einen
Tauschvertrag, der am 23.9.1971 abgeschlossen werden konnte.
Damit war die Gemeinde Triesenberg im Besitz des nötigen Geländes,
um den Bau der Sportanlagen in Angriff nehmen zu können. Nach
der Überprüfung von diversen Vorentwürfen für die gesamte Planung,
erstellte der erweiterte Gemeinderat am 21. Juli 1971, an Planungsgruppe
Caspari München, welcher auch der einheimische Architekt, Herr
Hans Walter Schädler, angehört, den Auftrag zur Erstellung eines
Vorprojektes samt Kostenvoranschlag. Am 21. Mai 1971 nachdem
die Rodungsbewilligung und anschliessend die Subventionssicherung
von Seiten der Fürstlichen Regierung für das Vorhaben erteilt
war, konnte die Planung vorangetrieben werden. Auf die Bürgerversammlung
vom 17. und 19. September 1971, wurde eine entsprechende Orientierung
samt Kostenvoranschlag vorgelegt. Die Gesamtkosten für die erste
Ausbauetappe beliefen sich nach den damaligen Berechnungen auf
ca. sfr. 2 000 000.--. Die Bürgerversammlung stimmte dem vom
erweiterten Gemeinderat empfohlenen Projekt am 19. September
1971, bei 328 abgegebenen Stimmen, mit 234 Ja gegen 85 Nein
zu. Bereits am 27.10.1971 konnten die ersten Arbeitsaufträge
für das Bauvorhaben von der Gemeinde in Auftrag gegeben werden.
Somit können die Freizeitanlagen (Erste Ausbauetappe) nach nicht
ganz 2jähriger Bauzeit nun am 23. September 1973 in Betrieb
genommen werden. Bedingt durch die jährlichen Teuerungsaufschläge
sowie auch auf Grund von diversen unvorhergesehenen Mehraufwendungen,
die seit der Planung im Jahre 1971 bis zur Fertigstellung der
gesamten Anlagen eingetreten sind, betragen nun die totalen
Gestehungskosten Fr. 2 600 000.--. In Anbetracht der währungspolitischen
Massnahmen kann momentan an einen weiteren etappenweisen Ausbau
der Freizeitanlagen vorerst nicht gedacht werden. Es bleibt
zu hoffen, dass die nun aus Mitteln der Gemeinde und des Staates
erstellten Sportanlagen der Gemeinde Triesenberg, welche im
Bericht des Architekten näher umschrieben sind, den ihnen zugedachten
Aufgaben vollumfänglich gerecht zu werden vermögen.
Gemeindevorstehung
Triesenberg
Alfons Schädler, Vorsteher
Architektenbericht
Die neue
Sport- und Freizeitanlage liegt im unteren Dorfteil der Gemeinde
Triesenberg. Die Erschliessung erfolgt direkt von der Hauptstrasse
Vaduz - Triesenberg aus über eine Verbindungsstrasse in die
Litze. Das starke Gefälle des Bauplatzes und das relativ
kleine Grundstück waren die bestimmenden Voraussetzungen für
die Planung. Durch Staffeln der einzelnen Spielfelder und Gebäude
wurde das Grundstück äusserst sparsam ausgenutzt. Die grossen
Baumassen fügen sich so gut in die umgebende Landschaft ein. Die
nun fertiggestellte 1. Etappe der neuen Sport- und Freizeitanlage
umfasst:
1. Rasenspielfeld 98 x 56 Meter
Dieser
Sport- und Spielplatz kann als Schulsport- und Fussballfeld
verwendet werden. Er ist mit einer Beleuchtungsanlage in der
Stärke von 120 Lux versehen. Die Masten dieser Beleuchtungsanlage
sind 26 Meter hohe Schleuderbetonröhren. An ihnen hängt ebenfalls
das hier notwendige Ballfangnetz. Dieses Netz aus Nylonschnüren
ist handgeknüpft. Im Winter wird es über die in den Masten eingebauten
Rollen abgelassen, um es von den zu erwartenden hohen Schneelasten
zu schützen. Diese Rollen hindern ebenfalls ein Zerreissen des
relativ leichten Netzes bei starkem Wind, da es so leicht beweglich
bleibt und das Schwingen der Masten aufnehmen kann. Die Sitztribüne
gegen den Hang wurde aus dem örtlichen roten Sandsteinmaterial
errichtet. Um eine grösstmögliche Anpassung an das umgebende
Waldgelände zu erreichen, wurden diese Stufen begrünt. Die Tribüne
fasst circa 800 Zuschauer, wovon circa 100 durch das vorstehende
Garderobendach überdeckt sind.
2. Garderobengebäude
Das
Garderobengebäude umfasst 2 Umkleidegruppen mit Duschen und
WC-Anlagen. Ihnen angeschlossen sind 2 Umkleideräume für Lehrer
und Schiedsrichter mit einem Sanitätsraum. Der Kiosk steht in
direkter Verbindung zum Sportplatz. Dem Platzwart stehen diverse
Lagerräume und ein Werkraum zur Verfügung. Sämtliche Räume sind
an die eingebaute Lüftungsanlage angeschlossen. Die gewählten
Baumaterialien sind Stahlbeton, Holz und Natursteine. Es wurde
eine bestmögliche Harmonisierung von Natur und Bauwerk angestrebt.
Durch die farbliche Gestaltung der Fassade wurde versucht, dem
Gebäude einen lebhaften jugendlichen Charakter zu verleihen.
3.
Allwetterplatz
Der Allwetterplatz befindet sich auf
dem Dach des Garderobengebäudes. Sein Kunststoffbelag (Tartan)
ermöglicht ein angenehmes, möglichst gefahrenfreies Benutzen
dieses Platzes. Er bietet die Möglichkeit zur Ausführung verschiedener
Spiel- und Sportarten, zum Beispiel: Basketball, Volleyball,
Korbball, Handball, Turnen, Weitsprung, Hochsprung usw.
4.
Parkgebäude
Durch das Gefälle des Geländes sowie
die Grösse des Sportplatzes bot sich die Möglichkeit zum günstigen
und platzsparenden Einbau eines Parkhauses. Dieses Gebäude ist
110 Meter lang und zweigeschossig. In ihm sind 145 Parkplätze
untergebracht. Ebenfalls befinden sich hier die öffentlichen
WC-Anlagen. Dieses Gebäude wurde mit Ausnahme der Fundamente
und der Stützmauer aus vorfabrizierten Betonelementen erstellt.
Planungsgruppe
Caspari Architekten-Ingenieure München 71, Sollnerstrasse
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